
Titanen im Gespräch 60
Kurzbiografien
Yoko Ono (geb. 1933)
Japanisch-amerikanische Konzeptkünstlerin, Musikerin, Friedensaktivistin. Bekannt wurde sie in den 1960er-Jahren als radikale Vertreterin der Fluxus-Bewegung – und als Partnerin von John Lennon. Ihre Performances, Installationen und Kunstaktionen oszillieren zwischen Provokation und Poesie. Kritiker werfen ihr Eitelkeit vor, Befürworter sehen in ihr eine Visionärin jenseits aller Konvention.
„A dream you dream alone is only a dream. A dream you dream together is reality.“
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Deutscher Komponist der Wiener Klassik und Romantik. Beethoven revolutionierte die Musik mit Werken wie der Neunten Symphonie, den späten Streichquartetten oder der Mondscheinsonate. Er komponierte trotz fortschreitender Taubheit – und gilt als Inbegriff des schöpferisch leidenden Genies. Sein Werk oszilliert zwischen Pathos, Melancholie und eruptiver Kraft.
„Die Kunst! Sie ist eine Göttin. Sie allein vermag uns aus uns selbst zu heben.“
Analyse ihrer Beziehung
Yoko Ono und Beethoven verbindet auf den ersten Blick – nichts. Und genau das ist das Problem. Oder die Pointe. Die eine zerlegt Kunst in stille Gesten, ungesungene Schreie und zerschnittene Kleider. Der andere verdichtet Weltgefühl in Klängen, die Hallen erbeben lassen. Yoko Ono flüstert, damit man hinhört. Beethoven donnert, damit man nicht wegsehen kann.
Doch beide verlangen: Aufmerksamkeit. Beide loten die Grenze zwischen Hörbarem und Verstandenem aus. Ihre Methoden sind maximal dissonant – aber ihr Ziel ist ähnlich: Kunst soll bewegen, verstören, befreien. In einem Gespräch würden sie sich gegenseitig irritieren – und vielleicht gerade deshalb faszinieren. Zumindest, wenn Beethoven sich nicht sofort die Ohren zuhalten würde. Oder Ono das Klavier demontiert.

Fiktives Gespräch
Ort: Ein leerer Konzertsaal. Auf der Bühne ein Flügel ohne Saiten. In der ersten Reihe sitzt Beethoven, Stirn in Falten. Yoko Ono steht barfuss auf der Bühne und betrachtet ein Glas Wasser.
Einstiegsfrage: „Wie viel Unvollkommenheit verträgt das Grosse Ganze?“
Beethoven (unwirsch):
„Wenn es klingt, darf es schmerzen. Wenn es nicht klingt – was soll es dann?“
Yoko Ono (sanft):
„Stille ist der Klang, der zuhört.“
Beethoven (tippt aufs Klavier):
„Dieses Instrument ist kaputt.“
Ono:
„Oder befreit von Erwartung.“
Beethoven:
„Ich habe mit einem kaputten Gehör komponiert. Aber ich wollte trotzdem gehört werden. Laut.“
Ono:
„Ich flüstere, damit die Welt den Lärm verlässt.“
Beethoven:
„Ich schreie, damit sie ihn begreift.“
Ono (setzt sich auf den Flügel):
„Ich habe einmal eine Treppe ausgestellt, die ins Nichts führt. Man konnte sie nicht steigen. Nur glauben.“
Beethoven:
„Ich habe eine Ode geschrieben, die niemand singen konnte, ohne zu weinen.“
Ono:
„Ich habe gesungen. Man hat geweint – aber aus anderen Gründen.“
Beethoven (hebt eine Braue):
„Zum Beispiel?“
Ono:
„Kunst ist kein Applausgenerator. Sie ist ein Fragezeichen mit Lautsprecher.“
Beethoven:
„Ein Fragezeichen braucht Klang. Sonst bleibt es ein Druckfehler.“
Ono (lächelt):
„Und wenn ich das Druckfehlerhafte liebe?“
Beethoven:
„Dann sind Sie konsequent. Und ich bin vermutlich der Einzige, der Sie nicht hört – und es dennoch erträgt.“
Ono:
„Das ist das schönste Kompliment, das ich je nicht gehört habe.“
Reflexion
Yoko Ono flüstert – und wird gescholten. Beethoven donnert – und wird verehrt. Doch beide zeigen: Kunst ist kein Handbuch, sondern eine Zumutung. Sie provoziert, verweigert sich, verwirrt. Mal durch Lärm, mal durch Leere. Und vielleicht ist Zuhören selbst längst zur Kunst geworden – in einer Welt, die lieber spricht, als etwas zu hören.
Dieser Artikel entstand mit meinem Custom GPT TitanTalk, kostenlos im Shop von ChatGPT erhältlich: https://www.ralu.ch/titanen-im-gespraech-titantalk/



