Rainer Luginbühl

Beitrag

Titanen im Gespräch 77
Über architektonische Kurven, stimmliche Explosionen und den Mut, Räume zu schaffen, die es vorher nicht gab


Kurzbiografien

Zaha Hadid (1950–2016)
Irakisch-britische Architektin, Pionierin des dekonstruktivistischen Bauens und erste Frau, die den renommierten Pritzker-Preis erhielt.
Hadids Entwürfe waren radikal, dynamisch und oft ihrer Zeit voraus – sie setzte auf geschwungene Formen, flüssige Übergänge und scheinbar schwerelose Strukturen.

Hauptwerke: MAXXI Rom, Heydar Aliyev Center Baku, London Aquatics Centre.
Historischer Kontext: Spätmoderne bis digitale Gegenwart, geprägt von Globalisierung und zunehmender Sichtbarkeit weiblicher Kreativer.
Einfluss: Sie sprengte konventionelle Vorstellungen von Raum und öffnete das Feld der Architektur für experimentelle Geometrie.
Zitat: „Es gibt 360 Grad – warum sich also auf einen Winkel beschränken?“


Freddie Mercury (1946–1991)
Britischer Sänger, Songwriter und Frontmann der Band Queen, geboren als Farrokh Bulsara in Sansibar.
Mercury war ein stilistischer Grenzgänger: zwischen Oper und Rock, zwischen Exzentrik und Präzision. Seine Bühnenpräsenz war ebenso legendär wie seine vier Oktaven umfassende Stimme.

Hauptwerke: Bohemian Rhapsody, Somebody to Love, Barcelona (mit Montserrat Caballé).
Historischer Kontext: 1970er–1980er Jahre – Ära der musikalischen Emanzipation, Pop-Ikonen und gesellschaftlicher Umbrüche.
Einfluss: Er revolutionierte die Live-Performance, erweiterte die Vorstellung von Popmusik und schuf Räume der Freiheit für künstlerische Selbstinszenierung.
Zitat: „I won’t be a rock star. I will be a legend.“


Analyse ihrer Beziehung

Auf den ersten Blick scheinen Zaha Hadid und Freddie Mercury aus verschiedenen Welten zu stammen – Architektur und Musik, Beton und Bühne, parametrische Kurven und vokale Sprengkraft. Doch bei genauerem Hinsehen verbinden sie künstlerischer Mut, ein Hang zum Dramatischen und der Wille, Räume neu zu definieren: physisch wie emotional.

Beide wuchsen in kulturell hybriden Kontexten auf – Hadid zwischen Bagdad und London, Mercury zwischen Sansibar, Indien und England. Beide mussten sich in westlich geprägten Strukturen behaupten, die lange Zeit weissen Männern vorbehalten waren. Und beide brachen mit den Regeln ihrer Disziplinen: Hadid mit der geradlinigen Architektur des Funktionalismus, Mercury mit der klaren Genre-Trennung von Oper, Rock und Pop.

Ein fiktives Gespräch zwischen den beiden würde Fragen der Form, der Freiheit und des Überschwangs verhandeln – und die explosive Kraft kreativer Räume in den Mittelpunkt stellen.


Fiktives Gespräch

Ort: Eine riesige, schwebende Bühne über einem futuristischen Stadtmodell – halb Konzertsaal, halb Entwurfsstudio. Der Boden ist transparent, der Himmel violett gefärbt, aus der Ferne sind Klänge und Bauformen zu erahnen.


Zaha Hadid
„Ihre Stimme ist wie Beton im Schmelzzustand, Freddie. Sie bricht aus, formt sich neu und explodiert dann mit solcher Kraft – wie zeichnen Sie das?“

Freddie Mercury
(lacht) „Ich zeichne gar nichts. Ich fühle. Jede Bühne ist ein Entwurf, ein Raum zwischen mir und dem Publikum. Aber sagen Sie, Zaha – wie bringt man ein Gebäude zum Tanzen?“

Hadid
„Man lässt die Linie sich weigern, geradeaus zu gehen. Ich wollte nie nur Räume bauen. Ich wollte sie ins Fliegen bringen – wie Ihre Stimme, wenn sie plötzlich durchbricht.“

Mercury
„Dann sind wir wohl beide Kurvenliebhaber – Sie auf dem Papier, ich in der Melodie. Aber hat man Ihnen nicht oft gesagt, dass das zu viel sei? Zu wild?“

Hadid
„Ständig. Und ich antwortete: ‚Zu viel für wen?‘ Die Welt braucht keine neutralen Räume mehr. Sie braucht mutige. So wie die Bühne für Sie kein Ort war, sondern ein Zustand.“

Mercury
„Ein Zustand, ja! Ausbruch, Eskalation, Ekstase. Ich habe Räume nicht betreten – ich habe sie zum Kochen gebracht.“

Hadid
„Und ich wollte, dass Räume selbst zum Sänger werden. Dass sie antworten. Dass ein Gebäude etwas sagt, ohne ein einziges Wort.“

Mercury
„Zaha, das ist pure Musik. Ich hätte gerne einmal in einem Ihrer Gebäude gesungen. Vielleicht in dieser weissen Welle in Baku – sie sieht aus, als würde sie gleich loslegen mit einem Arienauftakt.“

Hadid
„Und ich hätte gerne gesehen, wie Sie darin auftreten – mit einer Stimme, die das Dach zum Beben bringt.“

Mercury
„Wissen Sie, was das Publikum will? Es will überwältigt werden. Keine Funktion, sondern Faszination.“

Hadid
„Ich baue nicht für Grundrisse. Ich baue für Gänsehaut.“

Mercury
(schaut nach oben) „Dann hätten wir ein grosses Duett geschrieben. Kurve trifft Crescendo.“

Hadid
„Explosion trifft Eleganz.“


Reflexion

Zaha Hadid und Freddie Mercury zeigen, dass Räume nicht statisch sind – weder aus Beton noch aus Klang. Sie sind emotional, dynamisch, rebellisch. Ihre Kunst bewegte sich jenseits von Konventionen, jenseits der Schwerkraft, jenseits der Norm. Sie schufen Bühnen – architektonische und musikalische –, auf denen Freiheit inszeniert wurde. In einer Zeit, die nach Anpassung ruft, erinnern sie uns daran: Das Radikale ist nicht die Gefahr – sondern oft die Rettung.

Dieser Artikel entstand mit meinem Custom GPT TitanTalk, kostenlos im Shop von ChatGPT erhältlich. TitanTalk ist auf die Erstellung fiktiver Gespräche spezialisiert. Meine Serie zum Thema Weltbilder, hier im Überblick: Titanen im Gespräch – TitanTalk

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