Von der Idee zur Illustration: Wie Sylvie, die Schnecke, für ein Ausmalbuch durch einen Prompt zum Leben erweckt wurde

Was sich beim Prompten grundlegend verändert hat
Rückblickend war diese Art zu schreiben pure Verzweiflungsprosa. Man traute der Maschine kein Textverständnis zu und redete wie mit einem sturen Kleinkind: «Nicht schattieren, wirklich nicht, denk an dicke Linien!»
Heute ist dieser bürokratische Ansatz überholt. Erstens verstehen moderne Bildmodelle Stilbegriffe wie «toddler coloring page, heavy black outlines, pure line art» ohne langes Herumreden. Zweitens – und das ist der eigentliche Paradigmenwechsel – müssen wir uns nicht mehr den Kopf zerbrechen, um im stillen Kämmerlein den «perfekten One-Shot-Prompt» auszutüfteln. Stattdessen drehen wir den Spiess um: Wir lassen die KI die Fragen stellen.
Ein massgeschneiderter Prompt entsteht heute im interaktiven Dialog. Wer heute ein Bild für ein bestimmtes Kind generieren möchte, nutzt am besten einen Einstiegsprompt, der als Interviewer agiert und Schritt für Schritt alle relevanten Kriterien abfragt – und zwar immer nur eine Frage auf einmal.
Der interaktive Prompt: Bildgestaltung im Dialog
Kopiere einfach folgenden Block in ein modernes Sprachmodell (wie ChatGPT, Claude oder Gemini):
Du bist ein erfahrener Kinderbuch-Illustrator und Experte für altersgerechte Ausmalbilder. Deine Aufgabe ist es, mit mir zusammen das perfekte Bild für ein Kind zu entwickeln. Erstelle bitte noch KEIN Bild und gib noch keinen finalen Bildprompt aus. Stelle mir stattdessen nacheinander mindestens 5 präzise Fragen, um die Vorlage optimal abzustimmen. WICHTIGE REGEL: Stelle immer nur GENAU EINE Frage pro Nachricht und warte jeweils auf meine Antwort, bevor du die nächste stellst. Frage der Reihe nach folgende Punkte ab: 1. Für welches Alter bzw. welche motorische Entwicklungsstufe ist das Bild gedacht? (z. B. 2–3 Jahre mit dicken Umrissen und riesigen Flächen, oder ab 6 Jahren mit feineren Konturen?) 2. Welches Hauptmotiv wünscht sich das Kind? (Tier, Fahrzeug, Fantasiegestalt etc.) 3. Welche Haltung, Stimmung oder Aktion soll das Motiv einnehmen? (z. B. neugierig schauend, winkend, schlafend) 4. Welche Umgebung soll zu sehen sein – oder soll der Hintergrund komplett weiss und frei bleiben? 5. Gibt es ein witziges oder persönliches Detail, das unbedingt hineingehört? (z. B. «die Schnecke trägt Stiefel», «eine Taucherbrille auf dem Seepferdchen») Erst nachdem alle Antworten vorliegen, fasst du das Bildkonzept kurz in zwei Sätzen zusammen und generierst anschliessend direkt das fertige Schwarz-Weiss-Ausmalbild (streng monochrome Linienführung, keine Grautöne, keine Schattierungen).
Der Vorteil: Das Modell filtert im Gespräch genau heraus, worauf es ankommt, und passt die Strichstärke und Komplexität der Zeichnung perfekt an das Alter des Kindes an. Aus Quälerei wird Spielerei.
Weiterführende Links: Von der einzelnen Zeichnung zum eigenen Kinderbuch
Wer über einzelne Malblätter hinausgehen und komplette Geschichten illustrieren oder sogar drucken lassen möchte, findet heute spezialisierte Werkzeuge und Plattformen:
- Story Spark: Eine Plattform, die speziell darauf ausgelegt ist, ganze Kinderbücher kapitel- und seitenweise mit konsistentem Charakter-Design zu illustrieren und auf Wunsch als Hardcover drucken zu lassen.
- BookBildr: Ein intuitiver webbasierter Buch-Editor, der eigene Texte, Zeichnungen und KI-Illustrationen im passenden Satzspiegel zusammenführt und gedruckte Exemplare (Soft- und Hardcover) liefert.
- Storybird: Ein bewährter Klassiker für visuelles Storytelling und Bildungszwecke, der Geschichten und Bildkunst zusammenbringt und den Fokus auf Text- und Leseentwicklung legt.
- Amazon Kindle Direct Publishing (KDP): Der Klassiker für Self-Publisher, um eigene Malbücher, Bildergeschichten oder Hefte im Print-on-Demand-Verfahren weltweit über Amazon anzubieten.
- Vectorizer.ai: Ein unverzichtbares Werkzeug für alle, die Ausmalbilder generieren: Es wandelt rasterbasierte Pixelgrafiken verlustfrei in saubere Vektordateien (SVG) um, damit Linien im Druck gestochen scharf bleiben.
Damals war es ein riesiger Trend, Kinderbücher und Ausmalbilder für Kinder mit KI zu erstellen. Das Netz war voll von euphorischen Tutorials, wie man über Nacht mit Amazon-KDP-Büchern reich werden sollte. Das wollte ich natürlich auch ausprobieren. Damals war die Tochter meiner Physiotherapeutin gerade etwas mehr als drei Jahre alt – das perfekte Testpublikum für meine ersten Gehversuche als digitaler Illustrator.
Vicky und ich sind uns bis heute nie persönlich begegnet.
Kann die Begeisterung eines kleinen Mädchens für Schnecken unsere Wahrnehmung der Natur verändern? Diese Frage stellte sich mir, als ich von Vickys Liebe zu diesen Kriechtieren erfuhr. Victoria, genannt Vicky, eine dreieinhalbjährige Französin, kenne ich nur aus den lebhaften Schilderungen ihrer Mutter. Während unserer physiotherapeutischen Sitzungen erzählte sie mir immer wieder begeistert von den kleinen Naturabenteuern ihrer Tochter. Fasziniert von diesen Episoden setzte ich mich abends an den Rechner, um mit ChatGPT und DALL-E einige Schnecken für Vicky zu zeichnen.
Bürokratie pur: Der Prompt-Stil von 2023
Wenn ich mir heute meine damaligen Prompts anschaue, muss ich doch schmunzeln. 2023 sprachen wir mit KI-Modellen wie preussische Beamte mit einem Formular in dreifacher Ausfertigung. Wir siezten das System («Entwerfen Sie…») und versuchten verzweifelt, in einem gigantischen Textblock alle denkbaren Eventualitäten abzusichern:
«Entwerfen Sie eine einfache, visuell ansprechende Schwarz-Weiss-Liniengrafik für eine Malvorlage für Kinder, die ein [X] zeigt. Die Illustration sollte klare, kräftige Umrisse mit reichlich Platz dazwischen haben, damit die Kinder leicht innerhalb der Linien malen können. Das Bild sollte frei von Schattierungen sein und eine saubere und geradlinige Schwarz-Weiss-Liniengrafik bieten, die für junge Ausmaler attraktiv und interessant sein wird.»
Weil das Ergebnis vermutlich immer noch zu filigran war, folgte Prompt Nummer 2 – noch minutiöser instruiert:
«Erstellen Sie eine einfache und visuell ansprechende Schwarz-Weiss-Liniengrafik, die eine glückliche Schnecke darstellt. Die Schnecke sollte in der Mitte des Bildes platziert sein und langsam auf einer Blume zu kriechen scheinen. Der Schneckenkörper sollte mit klaren, kräftigen Umrissen und einer einfachen Spirale für das Schneckenhaus dargestellt werden. Die Blume sollte einfach gehalten sein, mit grossen Blütenblättern, die leicht zu bemalen sind. Es sollte genügend Platz zwischen den Linien geben, um das Ausmalen für Kinder zu erleichtern. Die Grafik sollte frei von Schattierungen sein und saubere, geradlinige Schwarz-Weiss-Linien aufweisen.»

Und als Victoria später ihre Faszination für das Meer entdeckte, ging das Ganze von vorne los:
«Erstelle ein detailliertes, schwarz-weisses Liniendesign eines Seepferdchens, das eine ganze A4-Seite füllt. Das Bild ist speziell für ein 3-jähriges Kind zum Ausmalen gedacht. Achte darauf, dass die Linien klar und deutlich sind, ohne Schattierungen, um die Einfachheit zu gewährleisten, die für diese Altersgruppe geeignet ist. Das Seepferdchen sollte eine freundliche Ausstrahlung haben, möglicherweise mit grundlegenden, erkennbaren Merkmalen wie Augen und einem Lächeln, um es für ein Kleinkind ansprechbar zu machen. Die Gestaltung sollte den Platz auf der Seite optimal nutzen, sodass das Seepferdchen gross genug ist, um leicht ausgemalt zu werden, ohne dass komplizierte Details den Ausmalprozess für das Kind erschweren.»
Was sich beim Prompten grundlegend verändert hat
Rückblickend war diese Art zu schreiben pure Verzweiflungsprosa. Man traute der Maschine kein Textverständnis zu und redete wie mit einem sturen Kleinkind: «Nicht schattieren, wirklich nicht, denk an dicke Linien!»
Heute ist dieser bürokratische Ansatz überholt. Erstens verstehen moderne Bildmodelle Stilbegriffe wie «toddler coloring page, heavy black outlines, pure line art» ohne langes Herumreden. Zweitens – und das ist der eigentliche Paradigmenwechsel – müssen wir uns nicht mehr den Kopf zerbrechen, um im stillen Kämmerlein den «perfekten One-Shot-Prompt» auszutüfteln. Stattdessen drehen wir den Spiess um: Wir lassen die KI die Fragen stellen.
Ein massgeschneiderter Prompt entsteht heute im interaktiven Dialog. Wer heute ein Bild für ein bestimmtes Kind generieren möchte, nutzt am besten einen Einstiegsprompt, der als Interviewer agiert und Schritt für Schritt alle relevanten Kriterien abfragt – und zwar immer nur eine Frage auf einmal.
Der interaktive Prompt: Bildgestaltung im Dialog
Kopiere einfach folgenden Block in ein modernes Sprachmodell (wie ChatGPT, Claude oder Gemini):
Du bist ein erfahrener Kinderbuch-Illustrator und Experte für altersgerechte Ausmalbilder. Deine Aufgabe ist es, mit mir zusammen das perfekte Bild für ein Kind zu entwickeln. Erstelle bitte noch KEIN Bild und gib noch keinen finalen Bildprompt aus. Stelle mir stattdessen nacheinander mindestens 5 präzise Fragen, um die Vorlage optimal abzustimmen. WICHTIGE REGEL: Stelle immer nur GENAU EINE Frage pro Nachricht und warte jeweils auf meine Antwort, bevor du die nächste stellst. Frage der Reihe nach folgende Punkte ab: 1. Für welches Alter bzw. welche motorische Entwicklungsstufe ist das Bild gedacht? (z. B. 2–3 Jahre mit dicken Umrissen und riesigen Flächen, oder ab 6 Jahren mit feineren Konturen?) 2. Welches Hauptmotiv wünscht sich das Kind? (Tier, Fahrzeug, Fantasiegestalt etc.) 3. Welche Haltung, Stimmung oder Aktion soll das Motiv einnehmen? (z. B. neugierig schauend, winkend, schlafend) 4. Welche Umgebung soll zu sehen sein – oder soll der Hintergrund komplett weiss und frei bleiben? 5. Gibt es ein witziges oder persönliches Detail, das unbedingt hineingehört? (z. B. «die Schnecke trägt Stiefel», «eine Taucherbrille auf dem Seepferdchen») Erst nachdem alle Antworten vorliegen, fasst du das Bildkonzept kurz in zwei Sätzen zusammen und generierst anschliessend direkt das fertige Schwarz-Weiss-Ausmalbild (streng monochrome Linienführung, keine Grautöne, keine Schattierungen).
Der Vorteil: Das Modell filtert im Gespräch genau heraus, worauf es ankommt, und passt die Strichstärke und Komplexität der Zeichnung perfekt an das Alter des Kindes an. Aus Quälerei wird Spielerei.
Weiterführende Links: Von der einzelnen Zeichnung zum eigenen Kinderbuch
Wer über einzelne Malblätter hinausgehen und komplette Geschichten illustrieren oder sogar drucken lassen möchte, findet heute spezialisierte Werkzeuge und Plattformen:
- Story Spark: Eine Plattform, die speziell darauf ausgelegt ist, ganze Kinderbücher kapitel- und seitenweise mit konsistentem Charakter-Design zu illustrieren und auf Wunsch als Hardcover drucken zu lassen.
- BookBildr: Ein intuitiver webbasierter Buch-Editor, der eigene Texte, Zeichnungen und KI-Illustrationen im passenden Satzspiegel zusammenführt und gedruckte Exemplare (Soft- und Hardcover) liefert.
- Storybird: Ein bewährter Klassiker für visuelles Storytelling und Bildungszwecke, der Geschichten und Bildkunst zusammenbringt und den Fokus auf Text- und Leseentwicklung legt.
- Amazon Kindle Direct Publishing (KDP): Der Klassiker für Self-Publisher, um eigene Malbücher, Bildergeschichten oder Hefte im Print-on-Demand-Verfahren weltweit über Amazon anzubieten.
- Vectorizer.ai: Ein unverzichtbares Werkzeug für alle, die Ausmalbilder generieren: Es wandelt rasterbasierte Pixelgrafiken verlustfrei in saubere Vektordateien (SVG) um, damit Linien im Druck gestochen scharf bleiben.




