
Titanen im Gespräch 56
Kurzbiografien
David Bowie (1947–2016)
Britischer Musiker, Schauspieler und Grenzgänger der Popkultur. Bowie erfand sich immer wieder neu: als Major Tom, als Thin White Duke, als Ziggy Stardust. Mit Alben wie The Rise and Fall of Ziggy Stardust, Low oder Blackstar verband er Musik, Mode und Metaphysik. Er war eine Ikone des Unangepassten, ein Pionier des Künstlichen – und ein Meister des Selbstentwurfs.
„I don’t know where I’m going from here, but I promise it won’t be boring.“
Nikola Tesla (1856–1943)
Serbisch-amerikanischer Erfinder, Ingenieur und Visionär. Tesla entwickelte das Wechselstromsystem, entwarf drahtlose Energieübertragung und arbeitete an Technologien, die seiner Zeit weit voraus waren. Exzentrisch, brillant und oft missverstanden, verbrachte er seine letzten Jahre verarmt in New York. Heute gilt er als Ikone der freien Forschung und des Geniekults.
„If you want to find the secrets of the universe, think in terms of energy, frequency and vibration.“
Analyse ihrer Beziehung
David Bowie und Nikola Tesla lebten in unterschiedlichen Jahrhunderten – doch beide strahlten als radikale Einzelgänger. Sie bewegten sich jenseits des Mainstreams, formten Mythen um sich selbst und wurden zu Symbolfiguren der Moderne: Tesla als technoide Lichtgestalt des Fortschritts, Bowie als androgynes Chamäleon der Popkultur.
Beide experimentierten mit Identität, beide träumten vom Überschreiten der menschlichen Grenzen – Tesla durch Technik, Bowie durch Kunst. In einem hypothetischen Gespräch würden sie sich vermutlich nicht über Stromstärke oder Songstrukturen unterhalten, sondern über Energie als Lebensform. Vielleicht sogar über die Frage, ob das „Elektrische“ den Menschen befreit – oder entgrenzt.
Fiktives Gespräch
Ort: Eine verlassene Bühne im Halbdunkel. Auf der einen Seite ein alter Projektor, auf der anderen ein Mikrofonständer. In der Mitte: ein leuchtender Tesla-Transformator. Zwei Männer treten aus dem Schatten.
Einstiegsfrage: „Wie viel Unvollkommenheit verträgt das Grosse Ganze?“
Bowie (sieht sich um):
„Ganz schön dramatisch hier – gefällt mir. Sagen Sie, Herr Tesla: Ist Energie für Sie etwas Reines oder etwas Chaotisches?“
Tesla (lächelt schmal):
„Energie ist wie der Mensch: sie will in Schwingung geraten. Das Chaos ist nur eine Zwischenfrequenz.“
Bowie:
„Schön gesagt. Ich habe mich oft gefragt, ob ich ein Mensch bin, der Musik macht – oder eine Idee, die sich einen Körper leiht.“
Tesla:
„Dann sind wir nicht so verschieden. Auch ich war oft nur das Gefäss einer Idee – ein Kanal für etwas, das grösser ist als ich.“
Bowie:
„Aber Sie haben Maschinen gebaut. Ich habe mich selbst gebaut. Ziggy war Strom in Glitzerform.“
Tesla:
„Sie haben Elektrizität zur Ästhetik gemacht. Ich zur Anwendung. Doch beides verlangt Disziplin.“
Bowie:
„Und Risiko. Jeder neue Sound, jede neue Persona war ein Stromschlag. Ich habe mich oft verbrannt an meinen Ideen.“
Tesla:
„Ich auch. Man nennt uns Genies – aber niemand fragt, wie oft wir überladen waren. Das Leuchten hat seinen Preis.“
Bowie (tritt näher an den Transformator):
„Ist das die Grenze – wenn man nicht mehr unterscheiden kann, ob man Energie kontrolliert oder von ihr kontrolliert wird?“
Tesla:
„Oder vielleicht beginnt das Menschsein genau dort. Wo du die Spannung aushältst. Wo du Funken schlägst – ohne zu verglühen.“
Bowie:
„Sie sind der einzige Mensch, der Glamour so ernst nimmt wie Physik.“
Tesla:
„Und Sie der einzige, der versteht, dass Elektrizität auch eine Bühne braucht.“
(Der Transformator zündet – ein leiser Blitz flackert über die Szene. Bowie hebt das Mikrofon. Tesla tippt auf ein leuchtendes Modell der Erde.)
Beide gleichzeitig:
„Es geht nicht um Strom. Es geht um Wirkung.“
Reflexion
Tesla und Bowie zeigen: Elektrizität ist mehr als Technik – sie ist Metapher. Für Kreativität, für Überschreitung, für Präsenz. Beide suchten das Unerhörte, das Unsichtbare, das Ungesicherte – und machten es sichtbar. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz, digitale Identitäten und globale Strahlkraft den Menschen neu definieren, stellen sie eine zeitlose Frage: Wie viel Energie verträgt ein Ich, das sich immer wieder neu erfindet?
Dieser Artikel entstand mit meinem Custom GPT TitanTalk, kostenlos im Shop von ChatGPT erhältlich: https://www.ralu.ch/titanen-im-gespraech-titantalk/



