Hexentafel an der Rheinbrücke

Basel & Rhein · Erinnerungsort
Die Hexentafel an der Mittleren Rheinbrücke
Gegenüber dem Käppelijoch erinnert ein schmaler Streifen aus Bronze an Menschen, die der Hexerei bezichtigt, verfolgt, gefoltert und getötet wurden. Die Tafel rehabilitiert sie symbolisch – und richtet ihren Blick auf die Gegenwart.
Basel gedenkt der Menschen, die in früheren Jahrhunderten der Hexerei bezichtigt, verfolgt, gefoltert und getötet worden sind. Heute ist dies ein Ort der uns ermahnt, anderen Menschen ohne Vorurteile zu begegnen und sie nicht auszugrenzen.
Inschrift der Gedenktafel
Die Gestaltung
Der Basler Künstler und Bildhauer Markus Böhmer entwickelte die bronzene Tafel und ihre bildnerischen Elemente.
Der Entwurf veränderte sich mehrfach: von einer liegenden Platte über ein senkrechtes Rechteck bis zur endgültigen, streifenförmigen Lösung. Die Köpfe mussten dabei immer wieder neu angeordnet und an die Blickrichtung der Betrachtenden angepasst werden.
Auch die Befestigung folgt dem Material. Die Tafel ist in der Mitte fest montiert; seitlich kann sie sich in T-Nuten bewegen, wenn die Bronze auf Temperaturschwankungen reagiert.



Was die Tafel festhält
Sie ersetzt kein Gerichtsurteil. Sie schafft einen öffentlichen Ort für Erinnerung und Verantwortung.
Erinnerung
Die Tafel nennt keine vollständige Opferliste. Sie erinnert stellvertretend an bekannte und unbekannte Menschen, die unter dem Vorwurf der Hexerei verfolgt wurden.
Symbolische Rehabilitierung
Die lückenhafte historische Überlieferung verhinderte eine juristische Aufarbeitung der Einzelfälle. Die Stadt setzte deshalb ein öffentliches Zeichen.
Mahnung
Der letzte Satz führt aus der Geschichte heraus: Vorurteile und Ausgrenzung gehören zur Gegenwart. Genau dort beginnt die Verantwortung der Betrachtenden.
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Die Mittlere Brücke ist Verkehrsweg, Wahrzeichen und Gedächtnisort zugleich.
