Dreiländerbrücke

Nur einen Steinwurf unterhalb des Basler Dreiländerecks spannt sich ein filigraner Stahlbogen über das Wasser, der Grenzen überwindet: Die Dreiländerbrücke verbindet das südbadische Weil am Rhein mit dem elsässischen Huningue. Als längste freitragende Fussgänger- und Velobrücke der Welt ist sie nicht nur eine kühne statische Meisterleistung, sondern ein leuchtendes Symbol für das Zusammenwachsen des trinationalen Raums.

Ein Bogen der Rekorde: 248 Meter ohne Mittelpfeiler
Obwohl sich die Brücke streng genommen nicht mehr auf Schweizer Staatsgebiet befindet, gehört sie fest zum Kosmos des Basler Rheinknies. Ihr Name leitet sich vom kaum 200 Meter entfernten Dreiländereck ab – jenem markanten Wasserpunkt, an dem die Territorien von Frankreich, Deutschland und der Schweiz aufeinandertreffen.
Konstruiert wurde das Bauwerk vom renommierten Pariser Architekten Dietmar Feichtinger in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Leonhardt, Andrä und Partner. Die Herausforderung war gewaltig: Um den regen Schiffsverkehr auf der internationalen Wasserstrasse keinesfalls zu gefährden, durfte kein einziger Stützpfeiler im Flussbett stehen. Das Resultat ist eine asymmetrische, extrem flache Bogenbrücke aus hochfestem Stahl mit einer freien Hauptstützweite von 229,4 Metern (Gesamtlänge ohne Rampen: 248 Meter). Bis heute gilt sie weltweit als die am weitesten gespannte Bogenbrücke für Fuss- und Radverkehr.
Der Schwingungstest und das Fest der Region
Bevor das zarte, rund tausend Tonnen schwere Stahlband freigegeben werden konnte, brauchte es eine Belastungsprobe der besonderen Art: Im Januar 2007 traten rund 600 Freiwillige aus Huningue und Weil am Rhein an, um im Gleichschritt und durch gemeinsames Hüpfen das Resonanz- und Schwingungsverhalten der Hängekonstruktion auf Herz und Nieren zu prüfen. Eingebaute Flüssigkeitsdämpfer meisterten die Erschütterungen problemlos.
Nach den behördlichen Prüfungen erfolgte am 30. März 2007 die Freigabe, ehe das Bauwerk am 30. Juni und 1. Juli 2007 mit einem grossen, grenzüberschreitenden Bürgerfest feierlich eingeweiht wurde – zeitgleich mit dem 45-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Weil am Rhein und Huningue.
Vom Grenzgraben zur trinationalen Flaniermeile
In Frankreich schlicht «Passerelle des Trois Pays» genannt, hat die Brücke das Leben in der Region grundlegend verändert. Was über Jahrhunderte durch Schlagbäume, Zollhäuschen und Wasser getrennt war, wuchs zusammen: Pendler radeln zur Arbeit, Basler flanieren am Wochenende hinüber zum Place Abbatucci nach Huningue oder nutzen die Verbindung für die beliebte Dreiland-Fahrradrunde.

Weiterführende Links: Brücken und Grenzräume
- Die Dreirosenbrücke – das letzte grosse Brückenbauwerk auf Basler Stadtboden vor der Landesgrenze.
- Die Mittlere Brücke von Basel – der historische Flussübergang im Herzen der Altstadt.
- Dossier uferlos: Basel und der Rhein – alle Beiträge zu Bauten, Flusskultur und Stadtgeschichte.



