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Rainer Luginbühl

KI, Wissenschaft und Kultur. Basel und der Rhein.

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Dreiländereck

Am Dreiländereck steht die Grenze im Wasser. Der Pylon steht an Land.

Wo Deutschland, Frankreich und die Schweiz zusammentreffen, endet der Rhein nicht. Er öffnet sich nach Norden und verbindet Basel mit dem europäischen Wasserweg. Das Dreiländereck ist deshalb mehr als ein beliebtes Fotomotiv: Es ist geografischer Grenzpunkt, Hafenstandort und Symbol einer trinationalen Region.

Der eigentliche Grenzpunkt liegt in der Mitte des Rheins. Das bekannte Monument steht rund 150 Meter südöstlich davon auf Schweizer Boden im Kleinhüniger Hafenareal. Wer hier auf der Terrasse oder am Ufer steht, blickt gleichzeitig auf drei Staaten – und auf einen Fluss, der sie verbindet und trennt.

Der Pylon von Wilhelm Münger am Dreiländereck Basel
Der Pylon von Wilhelm Münger am Dreiländereck. Artikel von Dominik Heitz, © Basler Zeitung, 5. November 2018.

Der Pylon von Wilhelm Münger

Das Wahrzeichen des Dreiländerecks wurde 1957 aufgestellt. Der Basler Architekt und Plastiker Wilhelm Münger entwarf eine 18,7 Meter hohe Eisenplastik. Drei geschwungene Elemente steigen spiralförmig nach oben. Die Form erinnert an eine Schiffsschraube, an ein Segel oder an ein technisches Zeichen aus dem Hafen.

Der Pylon entstand in einer Zeit, in der Europa nach dem Zweiten Weltkrieg neu geordnet wurde. Seine Form ist offen und durchlässig. Er wirkt nicht wie ein Grenzzaun und auch nicht wie ein Siegesdenkmal. Eher erinnert er daran, dass Grenzen politische Linien sind, während Handel, Arbeit, Sprache und Alltag längst über sie hinwegfliessen.

Auf der Website des Künstlers finden sich weitere Angaben zur Entstehung und Konstruktion des Werks. Der Pylon steht heute in unmittelbarer Nähe der Stiftung Brasilea und des Basler Rheinhafens.

Ein Grenzpunkt im Hafen

Das Dreiländereck liegt nicht in einer romantischen Flusslandschaft, sondern in einem funktionierenden Hafen. Container, Kräne, Lagerhäuser und Frachtschiffe gehören ebenso zum Bild wie Spaziergänger, Velofahrer und Ausflugsschiffe. Gerade dieser Gegensatz macht den Ort interessant: Hier treffen Alltag, Industrie, Kunst und Geografie aufeinander.

  • Der Rhein bildet die zentrale Verkehrs- und Wasserachse.
  • Der Basler Hafen verbindet die Schweiz mit den europäischen Wasserwegen.
  • Deutschland und Frankreich liegen unmittelbar gegenüber.
  • Der Pylon markiert den Ort symbolisch, der eigentliche Grenzpunkt liegt im Fluss.
  • Das Hafenareal zeigt Basel als Handels- und Industriestadt.

Das Dreiländereck ist damit ein guter Ort, um Basel aus einer anderen Richtung zu betrachten. Vom Münster oder vom Stadtzentrum aus erscheint der Rhein als Stadtfluss. Hier draussen wird sichtbar, wie stark er zugleich Verkehrsweg, Wirtschaftsraum und internationale Grenze ist.

Drei Länder, viele Übergänge

In der trinationalen Region wechseln Menschen täglich die Landesgrenze – auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf, in die Schule oder zu einem Konzert. Die Grenze bleibt politisch bestehen, prägt den Alltag aber weit weniger als früher. Basel funktioniert längst als Raum, der über die nationale Grenze hinausreicht.

Einige Kilometer rheinaufwärts verbindet die Dreiländerbrücke das französische Huningue mit dem deutschen Weil am Rhein. Sie steht nicht am eigentlichen Dreiländerpunkt, macht aber anschaulich, wie eng die drei Länder verkehrlich und räumlich miteinander verbunden sind.

Das Dreiländereck selbst erreicht man vom Basler Stadtzentrum aus zu Fuss, mit dem Velo, per Tram und Bus oder vom Wasser aus. Besonders eindrücklich ist der Blick vom Rhein: Dann wird der Pylon zum nautischen Zeichen in einer Landschaft, die zugleich Hafen, Grenze und Übergangsraum ist.

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